Französisch-Unterricht in Grundschulen

Spielerisch Französisch lernen


VON ANDREAS WEBER, REMSCHEID

 

„Je ne parle pas français,aber bitte red’ weiter“, heißt es in Namikas

Ohrwurm und Nummer-1-Hit. Die charmante Botschaft der
deutsch-marokkanischen Sängerin beflügelt auch den freiwilligen
Französisch-Unterricht in Remscheid.


Seit dem Schuljahr 2005/06 wird die Fremdsprache unter der
Schirmherrschaft des Vereins Städtepartnerschaft Remscheid-Quimper
angeboten.
Seither variiert die Schülerzahl, die Französisch über das normale
Schulangebot hinaus wahrnehmen zwischen 293 (2008/09) und
183 (2019/20). Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres erreichte die
Teilnehmerzahl einen Tiefststand, aber auch nur, weil das GBG sowie
die Grundschule Dörpfeld und Goldenberge im zweiten Halbjahr
Anfang Februar dazustoßen werden. Einmal wöchentlich treffen sich
Lernwillige bis 13 Jahre, um sich spielerisch Sprache, Sehenswürdigkeiten
und Gepflogenheiten des Nachbarlandes zu nähern. Vornehmlich
die Primarstufe ab der zweiten Klasse ist angesprochen.
„Die ersten Grundschulen, die sich für das Projekt gemeldet hatten, waren
Struck, Mannesmann, Dörpfeld, Hackenberg und Reinshagen“, erläutert
Hans-Jürgen Rühl, Ehrenvorsitzender des Vereins Städtepartnerschaft
Remscheid-Quimper.
Am stärksten vertreten ist die GGS Reinshagen mit drei Klassen.
Den Unterricht erteilten die Lehrerinnen OdileVoß, Michelle Ohmes
und Heike Lamerz.

Später stießen zum außerschulischen Französischunterricht die fünften Klassen weiterführender Schulen hinzu. „Grund dafür war, dass Französisch an Gymnasien und Gesamtschulen erst mit der Stufe 6 beginnt“, sagt Rühl. Intention war es, dass sich die jungen Teilnehmer sprachlich auf ihren
jährlich stattfindenden Austausch in der Bretagne vorbereiten und sich
in der Partnerstadt zurechtfinden.
„Wir sind der Auffassung, dass neben Englisch auch Französisch
in vielerlei Hinsicht für ein Zusammenwachsen Europas wichtig ist.“
Ohne den finanziellen Anschub des Deutsch-Französischen Jugendwerks
(DFJW) in Berlin hätte dies nicht geklappt, weiß Hans-Jürgen
Rühl. Das DFJW bewilligt jährlich auf Antrag und nach Haushaltslage
zwischen sieben und neun Euro pro geleisteter Unterrichtsstunde
(60 Minuten). Bisweilen tragen die Schulvereine die Kosten, oft auch
die Eltern einen kleinen Eigenanteil. 
Für sozialschwache Familien, denen das Geld dafür fehlt, können
über die Arbeitsagentur Zuschüsse abgerufen werden.
In einem Artikel für die September-Ausgabe des DFJW-Magazins
verrät Heike Lamerz, wie sie Frankreich in ihren AGs schmackhaft
macht. Dazu zählt natürlich auch ,Namikas Ode an die Faszination des
Fremden' mit den Kindern zu singen.
Einmal wöchentlich lässt sich jede Menge mitnehmen. „Alle Kinder
können sich vorstellen, etwas über die Familie berichten, zählen, Tiere
und Farben benennen und ein Geburtstagslied schmettern.“ Heike
Lamerz schaut sich auch Bilder mit ihren Schülern an – von Paris und
der Bretagne. Die ausgebildete Lerntherapeutin, die zudem zertifizierte Sprachanimateurin ist, ist momentan einmal wöchentlich dienstags ab
13.40 Uhr an der Sophie-Scholl-Gesamtschule, um Sprache und Land
stressfrei und ohne Notendruck in den Köpfen von 13 Schülern zu verankern.
Heike Lamerz ist von Anfang an als Pädagogin dabei. Die frankophile
Ader hat sie auch an ihre Töchter weitergegeben, die heute noch
freundschaftliche Beziehungen zu Quimper unterhalten.
Momentan bildet Lamerz mit Sabine Fiedler, Katharina Fiedler und
Gerlinde Brauers ein vierköpfiges Pädagoginnen-Team bei der außerschulischen Französisch-Vermittlung.
Bei den Teilnehmerzahlen sieht Hans-Jürgen Rühl Potenzial
nach oben. Eine Studentin, die als Lehrerin mit einsteigen würde, stünde
noch zur Verfügung. Heißt: „Wir würden uns sehr freuen, wenn noch
eine Grundschule mit einer Mindeststärke von fünf interessierten
Schülern dazustößt.“

 

aus dem RGA  20.Dezember 2019

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